DJK Wegfurt wird 100 Jahre alt: Wie am Wochenende in der Rhön groß gefeiert wird
Die Wäfeter Fosenocht, die Trachtengruppe "Daanzgesindel" und die "Rhöner Laienspielgruppe" sind Aushängeschilder der DJK Wegfurt, die am Wochenende 100 Jahre feiert.
Von Marion Eckert 30.06.22
100 Jahre DJK Wegfurt. Am kommenden Wochenende wird das Jubiläum mit einem großen Fest gefeiert. Der langjährige Vorsitzende Helmar Scheuring und Nachfolger Klaus Kleinhenz sind immer wieder aufs neue von der langen und beeindruckenden Geschichte ihrer DJK beeindruckt.
Erfolgreiche Jugendarbeit, die Wäfeter Fosenocht, die Trachtengruppe "Daanzgesindel" und die "Rhöner Laienspielgruppe" überzeugen mit Qualität und anspruchsvoller Unterhaltung auch über die Dorf- und Landkreisgrenzen hinaus und prägen das Kulturleben im Dorf. Die Gymnastikgruppen bieten seit Jahrzehnten ein sportlich vielfältiges Angebot auch auf dem Gebiet der Prävention für jedes Alter. Fußball wird heute in Bischofsheim gespielt. Dabei war Fußball die Sportart der ersten Stunde.
Als es noch zwei Fußballvereine in Wegfurt gab
1921 gründeten einige Wegfurter Männer den Fußballclub FC Wegfurt. 1932 wurde eine DJK-Abteilung innerhalb des katholischen Burschenvereins Wegfurt gegründet. Es gab also zwei Fußballvereine in Wegfurt. Am 30. Oktober 1955 wurde aus dem FC Wegfurt die DJK-FC 1921 Wegfurt. Mit dem Zusammenschluß beider Vereine wurde die Grundlage für den heutigen Erfolg gelegt. Ludwig Wagner wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Fußball spielte man am Waldsportplatz am Markberg.
1957 begannen die Bauarbeiten des Sportplatzes am Pfarrstreich, 1961 folgte das Vereinsheims, die Erweiterung wurde 1969 in Angriff genommen. Im Verein spielte man aber nicht nur Fußball, sondern auch Theater, zudem hielt man Büttenabende ab.
Ab 1974 wurde die Katholische Junge Gemeinde in die DJK integriert, die Einbindung der Jugend verhalf dem Verein zu Wachstum. 1977 formierte sich eine Wandergruppe, 1978 wurde eine Schützenabteilung aufgebaut, ab 1979 bereicherte die Trachtengruppe "Daanzgesindel" das Vereinsleben, die "Wäfeter Fosenöchter" runden seit 1982 die kulturellen Aktivitäten der DJK ab.
Die DJK Wegfurt nahm eine Vorreiterrolle in der oberen Rhön ein
Helmar Scheuring und Klaus Kleinhenz sind sich einig: Die DJK Wegfurt habe immer eine Vorreiterrolle in der oberen Rhön eingenommen. So war der Bau des Sportheims Anfang der 60er Jahre eine Neuheit und bildete einen Treffpunkt weit über die Grenzen Wegfurts hinaus.
Scheuring übernahm 1996 Verantwortung als Vorsitzender. Voller Erstaunen schaut er auf das Werk seiner Vorgänger zurück, die es verstanden, am "Geistfürst" ein Areal zu schaffen, das das weitere Wachstum des Vereins begünstigte. Die Geistfürsthalle sei heute das Herzstück des Vereins, in der die vielfältigen Aktivitäten stattfinden können.
Bild: Marion Eckert
Scheuring stand 20 Jahre der DJK Wegfurt vor. Erfolgreiche Vereinsfeste wurden gefeiert. In den 90er Jahren setzte die Rhöner Laienspielgruppe Akzente im Mundarttheater, die Wäfester Fosenöchter entwickelten sich zum Zuschauermagnet.
Gemeinsam mit Schönau feierte Wegfurt ein erfolgreiches Fußballjahrzehnt
1999 begann für die Fußballer mit dem Zusammenschluss der DJK Schönau zum FC Schönau-Wegfurt ein erfolgreiches Fußballjahrzehnt. Die demografische Entwicklung machte es notwendig, neue Wege zu gehen. Scheuring gelang die Zusammenarbeit der DJK Wegfurt mit dem VfR Bischofsheim. Es kam zur Fusion zum neuen Club "VfR Stadt Bischofsheim". "Mit diesem wird das gesamte Spektrum an Fußballsport abgebildet und bietet für die obere Rhön, die einmalige Chance Fußball nachhaltig und erfolgreich in die Zukunft zu führen", so Scheuring.
Die ersten 20 Jahre im neuen Jahrhundert standen nicht mehr im Zeichen von großen Investitionen. Ein großes Ziel von Helmar Scheuring war es, die Investitionen aus den 80er und 90er Jahren, in denen er als Kassier für die Durchfinanzierung von Geisfürsthalle und Rasenspielfeld verantwortlich war, zu konsolidieren und die Tilgung dieser Maßnahmen abzusichern.
"Ein weiteres Ziel war es, das Innenleben unseres Vereines zu stärken, die Arbeit und die Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen, um auch innerhalb der einzelnen Sparten und Abteilungen, Akzente zu setzen. Es wurden für die Verantwortungsbereiche Teams gebildet, was sich bis heute sehr bewährt hat."
Ereignisreiche Jahre für Wegfurt bis hin zur Corona-Belastung
2016 übernahm Klaus Kleinhenz das Amt des Vorsitzenden. Für ihn waren es arbeits- und ereignisreiche Vereinsjahre: Fosenocht, Kermes, Theater, Gymnastik, Kinder- und Jugend-Events, die Heimspiele im Fußball, die Kaffeebar beim Stadtfest, die Dämmerschoppenabende und Feierlichkeiten in der Geisfürsthalle füllen die Vereinsjahre nahtlos aus. Die Corona-Jahre 2020 und 2021 waren eine große Belastung. Doch der Neustart in 2022 sei sehr gut gelungen.
"Die DJK Wegfurt ist stolz auf das bisher Erreichte und das bisher Geschaffene. Dieses gilt es jetzt zu bewahren und weiterzuentwickeln – auch mit Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen, besonders aber bei der demografischen Entwicklung eines Dorfes wie Wegfurt", sind sich Kleinhenz und Scheuring einig.
Festprogramm am Wochenende in Wegfurt100 Jahre DJK FC 1921 Wegfurt wird am Samstag, 2. und Sonntag, 3. Juli auf dem Festplatzgelände in Wegfurt gefeiert. Los geht es am Samstag, um 18 Uhr, mit dem Festbetrieb. Es gibt Showeinlagen de Vereinssparten, vor allem die Jüngsten der Faschingsabteilung zeigen ihr Können. Ab 20 Uhr spielt "Four the Song". Bei Einbruch der Dunkelheit wird die Laienspielgruppe das Stück "Där Streitmichl" aufführen.Der Sonntag beginnt um 9.45 Uhr mit der Kirchenparade am Dorfplatz, danach wird Gottesdienst gefeiert. Im Anschluss finden die Ehrung des Vereins für sein 100-jähriges Bestehen durch Vertreter des Bayerischen Fußballbundes statt. Ab 12 Uhr Mittagessen, ab 14 Uhr öffnet die Kaffeebar, es gibt eine Kinderecke und Unterhaltung. Um 15 Uhr spielt die Mannschaft des VfR Stadt Bischofsheim gegen Borussia Fulda.
90 Jahre sei ein stattliches Alter für einen Verein und doch sei es der DJK Wegfurt stets gelungen Trends der Zeit aufzugreifen, sportliche und kulturelle Angebote zu entwickeln, was die derzeitige Mitgliederzahl von 313, in einem 600 Einwohnerdorf eindrucksvoll belege. „Unser Haus ist nach 90 Jahren trefflich bestellt“, konnten die Vorsitzenden zufrieden feststellen.
Entsprechend dem Jubiläumsmotto verglichen sie die DJK Wegfurt mit einem stattlichen Baum und einem Nest. Ein Nest für jeden, der Gemeinschaft erleben, sich sportlich, kulturell oder einfach nur durch Mitarbeit in einer Dorfgemeinschaft, betätigen möchte. Aber auch ein Nest für jeden der Ansprache, Gemeinschaft und Zusammenhalt erleben möchte.
Die Entwicklung der DJK Wegfurt sei nun nach 90 Jahren aber nicht abgeschlossen. „Wir wollen mit Zielstrebigkeit und Kreativität dieses Nest weiter ausbauen und den Baum, der dieses Nest trägt weiter gedeihlich wachsen lassen.“ Der Samen für den Baum wurde 1921 von einigen Männern mit der Gründung des Fußballclub FC Wegfurt gelegt. 1932 wurde eine DJK-Abteilung innerhalb des katholischen Burschenvereins gegründet. Wie der Schirmherr Egon Sturm erinnerte, gab es also eine Zeitlang sogar zwei Fußballvereine in Wegfurt.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1948 das Vereinsleben des FC Wegfurt wieder aufgenommen. Fußball wurde auf einem Waldsportplatz am Markberg gespielt, die Männer von damals zählen heute zu den Ehrenmitgliedern der DJK Wegfurt. Am 30.10.1955 wurde dann aus dem FC Wegfurt die DJK-FC 1921 Wegfurt. Beide Vereine wurde also zusammen geführt und gemeinsam wurden die Weichen für den heutigen Verein gestellt. 1957 wurde mit dem Bau des Sportplatzes begonnen, 1961 erfolgte der Bau des Vereinsheims, die Erweiterung wurde 1969 in Angriff genommen.
Inhaltlich befasste sich der Verein nicht nur mit Fußball, es wurde Theater gespielt und Büttenabende abgehalten. In den Jahren 1974/76 wurde die Katholische Junge Gemeinde in die DJK Wegfurt integriert, die Einbindung der Jugend verhalf dem Verein zu neuem Wachstum.
1977 formierte sich eine aktive Wandergruppe, 1978 wurde eine Schützenabteilung aufgebaut, ab 1979 bereicherte die Trachtengruppe „Daanzgesindel“ das Vereinsleben, die „Wäfeter Fosenöchter“ rundeten ab 1982 die kulturellen Aktivitäten der DJK ab. Die 80er Jahre waren vom Bau der Geisfürsthalle geprägt, 1988 gründete sich die Damengymnastik und mit dem Schützenfest und Trachtenfest Ende der 80er Jahre feierte die DJK Wegfurt die bislang erfolgreichsten Vereinsfeste.
Die 90er Jahre wurde genauso arbeitsreich wie die 80er. Die Rhöner Laienspielgruppe setzte Akzente im Mundarttheater, die Wäfester Fosenöchter entwickelten sich zum Zuschauermagnet in der oberen Rhön. In den Jahren 1992/94 wurde das Rasenspielfeld angelegt.
1999 begann für die Fußballabteilung mit dem Zusammenschluss der DJK Schönau zum FC Schönau-Wegfurt ein erfolgreiches Fußballjahrzehnt. Die demografische Entwicklung machte vor Schönau und Wegfurt nicht halt, so dass mit einer Fusion mit dem VfR Bischofsheim zum neuen Fußballclub „Stadt Bischofsheim“ das Erreichte abgesichert werden soll.
Die ersten zehn Jahre im neuen Jahrhundert standen nicht mehr im Zeichen von großen Investitionen, sondern in der Stärkung des Innenlebens des Vereins, es wurden für die Verantwortungsbereiche Teams gebildet. Auch in Zukunft möchte die DJK Wegfurt Anlauf und Anker für das dörfliche Leben und die Dorfgemeinschaft bleiben, das Erreichte bewahren und im Sinne der Vorfahren weiterentwickeln. „Die DJK Wegfurt ist gerüstet für dieses Jahrhundert und fit genug und zielstrebig ihren 100. Geburtstag zuzustreben.“